St. Suitbertus in Elberfeld – Schade drum!

stsuitbertusDie katholische Kirche St. Suitbertus in Wuppertal-Elberfeld ist eine der größten Kirchen der Stadt. Zwar weder alt noch architektonisch sehr herausragend, so ist doch die Orgel von ihrer Komplexität her beeindruckend. Sie fügt sich nicht nur wundervoll in den beeindruckenden Kirchenraum ein, sie hat auch eine wundervolle Disposition auf drei Manualen mit Pedal. Sie wäre die perfekte Orgel, wenn sie nicht von innen komplett vergammelt wäre.

Es ist schade, wie man ein so schönes Instrument nur so vergammeln lassen kann. Neununddreißig Register und eine sehr freundliche Gemeinde laden eigentlich jeden Organisten dazu ein, sich an dieser Orgel die Finger kaputt zu spielen. Das ist keineswegs lautmalerisch gemeint, sondern traurige Wahrheit, wo doch teilweise der Kraftaufwand von mehr als einem halben Kilogramm nötig ist, so manch eine Taste zu bewegen.

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Beherbergt einen musikalsichen Schrotthaufen: St. Suitbertus in Elberfeld

Es ist ein typisches Problem für die Walcker-Orgeln jener Zeit. Minderwertige Materialien führten zu Schäden in der Mechanik (In diesem Fall sind alle Trakturen elektrisch) sowie am Pfeifenwerk, welches hier noch aus der Vorgängerorgel stammt. Der große Kirchenraum selbst ist zudem noch äußerst kleinteilig und schluckt viel Schall, wodurch kleinere Register und das Rückpositiv, welches als einziges Werk noch einigermaßen gestimmt klingt, im Altarbereich kaum noch hörbar sind. Im Hauptwerk wiederrum übertönen sich die Pfeifen teilweise gegenseitig, und jeder einzelne Ton präsentiert vor dem Erklingen noch ein schönes Röcheln aus den Windladen. Nach einigen Sekunden Haltezeit bleibt bei mehr als drei eingestellten Registern in Haupt- und Schwellwerk gerne mal die Luft weg, was wohl auf den käseartig durchlöcherten Balg zurückzuführen ist.

 

Eine bedeutende und lebendige Kirche wie St. Suitbertus verdient in jedem Maße eine neue Orgel, und es bleibt für die Zukunft zu hoffen, dass der Organist nicht irgendwann beleidigt kündigt. Konzertreihen mit musikalisch „wunderbarem“ Inhalt versuchen verzweifelt, ein wenig Geld in die katholischen Kassen zu bringen, was hoffentlich noch in absehbarer Zeit gelingen wird.

Disposition:

I. Rückpositiv C–g3 II. Hauptwerk C–g3
1. Holzgedackt 8‘ 9. Gedackt 16‘
2. Venezianerflöte 4‘ 10. Prinzipal 8‘
3. Nasard 22/3 11. Rohrflöte 8‘
4. Prinzipal 2‘ 12. Oktave 4‘
5. Terz 13/5 13. Spitzflöte 4‘
6. Oktävchen 1‘ 14. Oktave 2‘
7. Scharffzimbel III 1/2 15. Kornet III 22/3
8. Krummhorn 8‘ 16. Mixtur V 11/3
  Tremulant 17. Zimbel III 1/3
18. Trompete 8‘

 

 

III. Schwellwerk C–g3 Pedal C–f1
19. Hohlflöte 8‘ 30. Prinzipalbass 16‘
20. Viola da Gamba 8‘ 31. Subbass 16‘
21. Vox coelestis 8‘ 32. Quintbass 102/3
22. Prinzipal 4‘ 33. Octavbass 8‘
23. Traversflöte 4‘ 34. Bassflöte 8‘
24. Blockflöte 2‘ 35. Choralbass 4‘
25. Quinte 11/3 36. Hintersatz IV 22/3
26. Scharff IV 1‘ 37. Posaune 16‘
27. Dulcian 16‘ 38. Trompete 8‘
28. Hautbois 8‘ 39. Schalmei 4‘
29. Clairon 4‘
  Tremulant
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